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21.05.2026

Industrie 5.0

Mit Industrie 5.0 fordert die Europäische Kommission ein Umdenken in Bezug auf digitale Transformationsprozesse, der technologische Fortschritt soll menschzentriert, nachhaltig und resilient gestaltet werden.

Inhalt

Die Gestaltungsprinzipien Industrie 5.0: Menschzentrierung, Nachhaltigkeit und Resilienz.
Die Gestaltungsprinzipien Industrie 5.0: Menschzentrierung, Nachhaltigkeit und Resilienz.

Mit den Vorgaben zur Industrie 5.0 formuliert die Europäische Kommission einen wirtschaftlichen Paradigmenwechsel, der neben Profitorientierung und technologischen Fortschritt menschliche Bedürfnisse und planetare Grenzen in industrielle Gestaltungsprozesse einbezieht. Das Konzept überführt die vorhandenen Ansätze der Industrie 4.0 in ein erweitertes Wirtschaftsmodell, in dem Wachstum nicht mehr nur wirtschafts- oder technologiegestützt betrachtet wird. Wachstum stellt sich hier als transformatorischer Ansatz dar, der den menschlichen Fortschritt und das Wohlbefinden aller beteiligten Personen fokussiert. Industrie 5.0 ist somit als eine Erweiterung des Fokus auf die Erhöhung der Produktivität der technologischen Systeme durch technische Innovationen, wie sie in der Industrie 4.0 forciert wurde, um ein stark menschzentriertes und nachhaltig orientiertes Paradigma zu verstehen.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden in diesem menschzentrierten Ansatz noch stärker befähigt, ihre Aufgaben durch Nutzung digitaler Geräte und Unterstützung von KI-Systemen zu bewältigen, ohne dass ein Gefühl des Machtverlustes gegenüber der Technologie entsteht (European Commission, 2021a). Dabei wird explizit darauf hingewiesen, den Menschen ins Zentrum der digitalen Transformation zu rücken und somit in allen Aspekten des Gestaltungsprozesses digitaler Systeme zu inkludieren.

Innovation und Forschung werden vor allem genutzt, um einen Fokus auf Nachhaltigkeit, Menschzentrierung und Resilienz (Widerstandsfähigkeit) im gesamten Prozess zu legen. Diese drei Säulen sichern die ganzheitliche Transformation hin zur ökologisch nachhaltigen Nutzung von Technologien, die Erweiterung der Aufgabenbereiche und die Verantwortung der Unternehmen gegenüber ihren Mitarbeitenden, und die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen im Falle von Krisen (zum Beispiel Coronakrise) sowie die Ausschöpfung von Wertschöpfungsketten (European Commission, 2021b).

Menschzentrierung

Der Begriff Menschzentrierung im Zusammenhang mit der Industrie 5.0 bezieht sich auf einen Ansatz, bei dem der Mensch im Mittelpunkt der technologischen Entwicklungen und der betrieblichen Entscheidungsfindung steht. Es geht nicht nur darum, Technologie zu implementieren, um Produktionsprozesse zu optimieren, sondern auch die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen der Mitarbeitenden zu berücksichtigen und Technologien entsprechend gestalten. Insgesamt geht es darum, eine Kultur zu schaffen, die die menschlichen Fähigkeiten wertschätzt und Mitarbeiter aktiv in den Transformationsprozess einbindet. Sei es durch entsprechende Schulungsmaßnahmen im Umgang mit den neuen Technologien oder die frühzeitige Einbindung in den Gestaltungsprozesse zur Implementierung dieser innovativen Technologien.

Was sind die Anforderungen einer menschzentrierten Produktion?

  • Ergonomie am Arbeitsplatz sowie Gesundheits- und Arbeitsschutzmaßnahmen
  • Qualifikation und Weiterbildung der Mitarbeitenden
  • Partizipation und Beteiligung der Mitarbeitenden
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Arbeitsbedingungen
  • Berücksichtigung ethischer Aspekte
  • Förderung der Work-Life-Balance
  • Offene Kommunikation und Fehlerkultur sowie regelmäßiges Feedback

Nachhaltigkeit

Im Kontext der Industrie 5.0 bedeutet Nachhaltigkeit, dass Unternehmen ihre Geschäftspraktiken und Technologieeinführungen so gestalten, dass sie langfristige ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele erreichen. Dabei sollte man bei der Implementierung innovativer Technologien darauf achten, dass diese nicht nur kurzfristige Effizienzgewinne bringen, sondern auch langfristig positive Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft haben. Das bedeutet, Technologien einzusetzen, die Ressourcen schonen, Emissionen reduzieren und die Umweltbelastung minimieren. Zudem sollten die sozialen Auswirkungen berücksichtigt werden, etwa durch faire Arbeitsbedingungen, Mitarbeiterbeteiligung und Förderung der Vielfalt.

Was sind die Anforderungen einer nachhaltigen Produktion?

  • Ressourcenschonung und effiziente Nutzung von Rohstoffen
  • Reduktion von Treibhausgasemissionen und Umweltbelastungen
  • Einsatz erneuerbarer Energien und nachhaltiger Energiequellen
  • Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung
  • Verwendung umweltfreundlicher Materialien und Produkte
  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Lieferketten

Resilienz

Im Kontext der Industrie 5.0 bezieht sich der Begriff Resilienz darauf, wie gut ein Unternehmen auf unvorhergesehene Veränderungen, Krisen oder Störungen reagieren kann, während es seine grundlegenden Funktionen aufrechterhält und sich schnell an neue Bedingungen anpasst. Die Entwicklung robuster Geschäftsmodelle, die Implementierung flexibler Prozesse und die Stärkung der Fähigkeit zur schnellen Anpassung an Veränderungen können dazu beitragen die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen zu stärken. Auch die Einführung von adaptiven Produktionsanlagen, die Nutzung von Echtzeitdatenanalysen zur Früherkennung von Problemen oder die Implementierung von dezentralen Produktionsstrukturen können zu einer besseren Resilienz beitragen.

Was sind die Anforderungen einer resilienten Produktion?

  • Handlungsfähigkeiten stärken und Vernetzung zwischen den Systemen ausbauen
  • Notwendige Redundanzen definieren und erhalten, Diversität sicherstellen
  • Individuelle Sicherheitskonzepte entwickeln und implementieren
  • Sicherstellung breitgefächerter Absatzmärkte und Beschaffungsoptionen
  • Aufbau eines robusten Netzwerks und enger Zusammenarbeit mit Lieferanten und Partnern

Referenzen

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